Review – Querschalltapes – Unruhr (DE)

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“Anyone familiar with Ricky Graham’s discography will know that defining his work as signalsundertests as ambient has never quite done it justice. His personal approach of building intricate arrangements – involving rhythm and even vocals – around guitar-based atmospherics is not just clearly more electronic than the releases of most artists working with a similar set-up – it is also far deeper and more complex. So it doesn’t come as a big surprise that Graham should be among the select few to receive an invitation to release on Querschalltapes, a unique label publishing looptapes in heavy, embossed metal cases. The particular twist: There are only sixty seconds to express yourself – and they will get repeated forever. Which implies a two-tier composing process. Made up of a spherical drone between airiness and presence, the music’s slightly grainy and fibrous aesthetic perfectly matches the tape’s as a medium. On a higher level, Graham has decided to use the rhythmics of the loop as a meta-act, to play with it as a self-contained unit instead of making things explicit straight away. Nascent constantly seems to depart for a long journey and just when you expect its multitude of gradually unfolding layers to re-arrange and move into a different direction, it closes in on itself, returning to the default position and beginning all over again. Astoundingly, although that may seem absurd given the premise of the project, it never fails to leave a new impression.”

By Hellmut Neidhardt
Translation by Tobias Fischer

Homepage: Signalsundertests
Homepage: Querschalltapes

Original Review (German) by Hellmut Neidhardt

“Die Musik von signalsundertests als reinen Ambient bezeichnen zu wollen greift,
wie die bisherigen Veröffentlichungen eindrucksvoll belegen, zu kurz; zu
vielschichtig ist das, was hier um die gitarrenbasierten Atmospherics herum
entwickelt und aufgebaut wird. Einschließlich der Integration von Rhythmus und
sogar Gesang und der Entwicklung einer Klangästhetik, deren Gesamteindruck dann
auch jedesmal deutlich „elektronischer“ ausgefallen ist, als bei den
Veröffentlichungen anderer (Solo-) Musiker mit der Gitarre als Hauptinstrument.
Und jetzt also signalsundertests auf Querschalltapes, dem Label mit den
Looptapes in der gravierten und von gravierendem Eigengewicht geprägten
Metallhülle. Und eben „nur“ 60 Sekunden Zeit, um sich musikalisch auszudrücken.
Mit dieser vertrackten zweiten Ebene, die die („endlose“) Wiederholung dieser 60
Sekunden verspricht. Irgendwie ein Komponieren in zwei Stufen. signalsundertests
entscheidet sich mit der Tape-Ausgabe von „Nascent“ (Achtung: die vorherige CD
mit langen Stücken hatte er bereits ebenso benannt) dafür, allein die „Rhythmik“
des Loops als Metatakt zu nutzen; diese nicht vorab auf der ersten, der 60
sekündigen Ebene zu brechen. Dort nämlich entwickelt er einen sphärischen Drone
zwischen Leichtigkeit und Präsenz, dessen leicht körnig faserige Ästhetik
geradezu perfekt zum Medium Tape passt. „Nascent“ schwingt sich auf, wie um in
ein viel längeres Stück zu starten und gerade wenn man erwartet, dass sich die
Vielzahl der sich Stück um Stück entfaltenden Schichten neu ordnet und „Nascent“
in neue Richtung führt, schlägt die (hier freiwillig gewählte) Beschränkung des
Formats zu und dem Stück bleibt nicht anderes, als sich in sich selbst zu
schließen. Und im weiteren „ewig“ gegen diese Hürde anzurennen… Und dabei, im
Ohr der Hörer, interessanterweise immer wieder neue Schwerpunkte zu setzen.

http://rickygraham.com/
http://inselkind-schalltraeger.de

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